Persönliche Eindrücke von Markus Lund zum Laienforum 2016 in Prag

Ich hatte keine klare Vorstellung vom Laienforum, von dem, was mich dort erwartete, wen ich dort treffen würde, was die Menschen dort zusammenführte. Jedoch das diesjährige Thema verhieß einen interessanten Gedankenaustausch, und der Tagungsort Prag, die goldene Stadt, die ich noch nicht kannte, sollte bekanntlich ja auch eine Reise wert sein. Ich entschloss mich, diese Reise zu wagen.

Prag erlebte ich als eine faszinierende Stadt der Gegensätze, die sehr facettenreich mit Prunk und Monumentalbauten, aber auch dem Erbe des ca. 50-jährigen Sozialismus aufwartete und mit vielen sehenswerten Kulturgütern und Grünanlagen beeindruckte. Eine Stadt, die uns Gästen eine besondere Gastfreundschaft bot, die uns insbesondere durch unsere tschechischen Gastgeber zuteil wurde mit ihrer liebevollen Planung eines tollen Programmes und ihrem unermüdlichen Einsatz für uns Gäste.

Laienforum, das waren mehr als vierzig Menschen aus der Schweiz, aus Osterreich, aus den Niederlanden, aus Tschechien und aus Deutschland, die sich auf den Weg gemacht hatten, um ihre Gedanken, ihre Erfahrungen, Ansichten und Hoffnungen, ihre Beweggründe, ihre Nöte und ihren Glauben zusammenzutragen, zu äußern, sich auszutauschen, und selber Impulse, neue Gedanken und Sichtweisen zu hören, sich gegenseitig im Glauben zu stärken auf dem gemeinsamen Weg durchs Leben.
Dazu trugen auch zwei sehr unterschiedliche, aber beide auf ihre Weise sehr inspirierende Vorträge zum Thema Heiligkeit bei, die einen regen Austausch brachten.

Wenn ich nun heute zurückdenke, fallen mir die Zeilen von Dorothee Sölle ein: „Wenn ich einen Traum von der Kirche habe, so ist es der Traum von den offenen Türen gerade für die Fremden, die anders sprechen, essen, riechen. Mein Haus wünsche ich mir nicht als eine für andere unbetretbare Festung, sondern mit vielen Türen. Heimat, die wir nur für uns selber besitzen, macht uns eng und muffig. Jeder Gast bringt etwas mit ins Haus, das wir selber nicht haben.“

Für mich beschreiben diese Zeilen ein wenig diese Zusammenkunft von Menschen aus ganz verschiedenen Regionen Europas, die alle Gäste in Prag wurden und dennoch ein Stück gemeinsam unterwegs waren. Ja, wir haben viel erlebt, geistliche Impulse mitnehmen können, sehr unterschiedliche Andachten und Gottesdienste gefeiert, die auch ein bisschen die liturgische Vielfalt widerspiegelten, und touristische Höhepunkte wahrgenommen, die uns das abwechslungsreiche Programm bot.

Zusammenfassend sage ich Danke für dieses Laienforum, welches ich in Prag erleben durfte. In diesem Sinne wünsche ich uns allen Kraft zum Unterwegssein. Gottes Bestärkung in unserem Leben. Mut zur Versöhnung, Vertrauen zum Miteinander und Begeisterung zum Aufbruch mit Gottes Wegbegleitung und Segen.

Markus Lund, „Christen heute“, Oktober 2016