Altkatholische Kirche führt Weihrauchfässer mit Rußpartikelfilter ein

priest-873855_1920-pixabayViel Weihrauch wirkt sich auf die Feinstaubwerte in der Kirche aus. Ein Klimatologe der Universität Duisburg-Essen fand vor einigen Jahren heraus, dass die Feinstaub-Belastung auch in altkatholischen Kirchen an hohen Feiertagen den EU-Grenzwert um mehr als das Vierfache übersteigen kann. Der Weihrauch, der an den hohen Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern benutzt wird, kann den Wert auf bis zu 220 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter steigern. Der EU-Grenzwert liegt bei 50 Mikrogramm. Nicht nur der Weihrauch treibt die Werte dabei kurzzeitig hoch, sondern auch die vielen angezündeten Kerzen während der Festgottesdienste.

Die Internationale Altkatholische Bischofskonferenz hat sich schon seit längerem dem Problem der Feinstaubbelastung im Gottesdienst gewidmet. Als erster Schritt wurden sogenannte Drive-In-Gottesdienste in den Kirchen verboten. Zwar zielte das Verbot in erster Linie auf Dieselfahrzeuge, jedoch wurde aus Gründen der Gerechtigkeit allen Fahrzeugen die Zufahrt in den Gottesdienstraum verboten. Dies wirkte sich überraschend positiv auf das Gemeinschaftsgefühl im Gottesdienst aus.

Da die Grenzwerte immer noch um ein Vielfaches überschritten wurden, hat das alt-katholische Seminar der Universität Bonn in Zusammenarbeit mit dem Institut für Physikalische Chemie an gleicher Universität einen Rußpartikelfilter entwickelt. Dieser besteht aus einem platinbeschichteten Katalysatorgitter und kann recht einfach mit einer Drahtschere in die vorhandenen Weihrauchfässer eingebaut werden.

Da sich die gesamte Geistlichkeit alljährlich bei den Ölmessen in der Vorosterzeit zusammenfindet, konnte in diesem Jahr die Zertifizierung der Weihrauchfässern von einem Sachverständigen vorgenommen werden. Alle vorgeführten Weihrauchfässer haben dabei den Test bestanden und wurden mit einer Feinstaubplakette versehen. Bei den Testungen hat sich dabei die Weihrauchsorte “Free Spirit” als besonder geeignet erwiesen, bei der es lediglich zu einer Feinstaubbelastung von 20 ppm kam und die dennoch als festlich intensiv und angenehm empfunden wurde.

Erste Rückmeldungen aus den Gemeinden haben ergeben, dass in den Gottesdiensten weniger gehustet wurde und dass auch weniger Altardiener während der Liturgie umgefallen sind.

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